Veranstaltungen des Georg-Büchner-Clubs

100 Jahre DADA

»Eine äußerst sensible und vielfältige Antwort auf die Destruktion der Zeit«. Günter Kämpf über die Revolte gegen die Kunst von Seiten der Künstler selbst.

Samstag, 4. Juni 2016 - 13:00 bis 16:00

Was im Zürcher Cabaret Voltaire am 5. Februar 1916 mit der ersten noch eher komödiantischen Veranstaltung begann und sich als neue künstlerische, literarische und politische Bewegung bald danach auch in Berlin, Hannover, Köln und international in Paris und New York entwickelte, war »keine verrückte Kuriosität, sondern in Wirklichkeit eine äußerst sensible und vielfältige Antwort auf die Destruktion der Zeit, zu deren ›Errungenschaften‹ die Massenschlachten und der Massenmord gehörten« (Karl Riha).

Leonce und Lena

Liebe Freundinnen und Freunde des Georg-Büchner-Clubs,

wir möchten Sie/Euch an unsere Veranstaltung zu Büchners Stück Leonce und Lena erinnern, die am Samstag, den 23. April ab 15 Uhr in der ESG stattfindet. Am selben Abend um 19:30 Uhr hat das Stück am Gießener Stadttheater Premiere.

Vortrag, Diskussion zu »Leonce und Lena«

Der Germanist Prof. Alfons Glück legt den politischen Kern von Büchners ­Komödie über den lebensmüden Traumprinzen frei.

Samstag, 23. April 2016 - 13:00

Leonce und Lena ist eine Satire auf höfische Rituale und bürgerliche Tugenden. Ein Schauspiel mit luftiger Absurdität, philosophischem Witz und gedanklicher Schärfe. »Ich glaube, man muß die abgelebte moderne Gesellschaft zum Teufel gehen lassen. Sie mag aussterben, das ist das einzig Neue, was sie noch erleben kann« (Georg Büchner).
Der Büchner-Kenner Prof. Alfons Glück widmet sich sich dem politischen Kern des Stückes.
Am selben Tag um 19:30 ist die Premiere von Leonce und Lena im Stadttheater Gießen. (Vorgestellt wird Leonce und Lena am 17. April, 11 Uhr.)

Bleibt da was über? Und was ist, was überbleibt?

Christian Lugerth – Regisseur des aktuellen Reiser-Abends am Stadttheater Gießen – liest Texte über Rio Reiser und die »Scherben«.

Samstag, 19. März 2016 - 14:00 bis 17:00

»Seine Art zu singen und zu leben war kräftezehrend«, schrieb der Musiker Blixa Bargeld über Rio Reiser. Von einer Westberliner Politikone stieg Reiser in einem Vierteljahrhundert zum KÖNIG VON DEUTSCHLAND auf. Den musikalischen und weltanschaulichen Wandlungen des Sängers, der mit seiner Band Ton Steine Scherben einst »Keine Macht für niemand« forderte und später mit »Junimond« eine der bekanntesten deutschsprachigen Popballaden schrieb, mochte nicht jeder folgen.

Peter Weiss – Die Ästhetik des Widerstands

Samstag, 20. Februar 2016 - 14:00

Johannes Feldner wird sich dem rund 1.000 Seiten umfassenden Roman Die Ästhetik des Widerstands widmen, den Peter Weiss (* 8. November 1916 in Nowawes bei Potsdam; † 10. Mai 1982 in Stockholm) in zehnjähriger Arbeit zwischen 1971 und 1981 schuf. Der Roman wird zu den gewichtigsten deutschsprachigen Werken der 70er und 80er Jahre gezählt.
Weiss habe mit seinem Werk nicht nur dem linken Widerstand »ein Denkmal gesetzt«, sondern insbesondere der europäischen Linken ein künstlerisch-literarisches, intellektuelles und politisches Vermächtnis hinterlassen, »an dem wir auch nach Jahrzehnten noch unsere Haltung und Entscheidung in aktuellen und zukünftigen Kämpfen schärfen können«, so Johannes, der zwei ängere Passagen aus dem Roman lesen wird.

Vorankündigung: Peter Weiss

Für Samstag, 20. Februar 2016 zur gewohnten Zeit um 15 Uhr ist eine Veranstaltung des Georg-Büchner-Clubs zu Peter Weiss in Planung. Johannes Feldner wird sich dem rund 1.000 Seiten umfassenden Roman Die Ästhetik des Widerstands widmen, den Weiss in zehnjähriger Arbeit zwischen 1971 und 1981 schuf. Der Roman wird zu den gewichtigsten deutschsprachigen Werken der 70er und 80er Jahre gezählt.

Weitere Informationen in Kürze.

Vermessung der Utopie

Mythen des Kapitalismus und die kommende Gesellschaft. Mit Raul Zelik, Schriftsteller, Übersetzer und Politikwissenschaftler.

Samstag, 16. Januar 2016 - 14:00 bis 17:00

Der autoritäre Staatssozialismus sowjetischer Prägung ist ­gründlich gescheitert. Wie aber sieht es mit der Überlebens­fähigkeit des Kapitalismus aus? Wir diskutieren mit dem Schriftsteller, Übersetzer und Politikwissenschaftler Raul Zelik. Er hat zusammen mit Elmar Altvater den als Gespräch angelegten Band Vermessung der Utopie veröffentlicht.

Nachtrag zur Veranstaltung zu Martin Walser

Bei der Veranstaltung zu Martin Walser am 28. November wurde der Wunsch nach Angabe weiterer Quellen geäußert. Armin Trus ist diesem Wunsch nachgekommen.

Flüchtlingsgespräche

»Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist. Während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.« (Bertold Brecht, Flüchtlingsgespräche)

Samstag, 12. Dezember 2015 - 14:00 bis 17:00

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Im Spätsommer 2015 hat das Thema Flüchtlinge für uns eine ungeahnte Aktualität und Dringlichkeit erfahren. Bei den letzten Treffen des Georg-Büchner-Clubs zeigte sich, dass unter den Mitgliedern ein großer Redebedarf über dieses Thema besteht.
Nach langen Überlegungen sind wir übereingekommen, den Nachmittag möglichst offen zu gestalten. Einige Club-Mitglieder verfügen aus ihren jeweiligen Arbeitsfeldern über praktische Erfahrungen und sind bereit, darüber zu berichten. Zwischendurch werden wir Ausschnitte aus literarischen Texten lesen, um das Thema in andere Richtungen zu öffnen.

Zur Debatte um Martin Walser

Armin Trus möchte die eingetretene Polarisierung hinterfragen und Raum für Zwischentöne schaffen.

Samstag, 28. November 2015 - 14:00

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Wie kaum ein anderer Autor nach 1945 hat Martin Walser immer wieder für öffentliche Aufregung gesorgt. Wie zum Beispiel in seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, in der er das geplante Holocaust-Mahnmal als »fußballfeldgroßen Alptraum« bezeichnete und die »Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken« anprangerte.

Anhand von vorgelesenen Passagen und Originaltönen wird Armin Trus versuchen, sich dem »älteren« Walser zu nähern, um von dort aus einen Blick auf den Walser der Friedenspreisrede zu werfen. Ziel ist es, die eingetretene Polarisierung in der Einschätzung Walsers zu hinterfragen und Raum für Zwischentöne zu schaffen.

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