Politikmachen in »trüber Zeit«

Hans Otto Rößer
Nachdenken über Georg Büchners Aufforderung, »die Bildung eines neuen geistigen Lebens im Volk [zu] suchen«.

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Mittwoch, 2. September 2020 - 19:00

 

Georg Büchners kurzes Leben war von jähen Wendungen bestimmt: Die französische Juli-Revolution 1830 erschütterte Europa und riss sogar kurzzeitig dem »deutschen Michel« die Schlafmütze vom Kopf. In einigen Staaten des Deutschen Bundes kam es zu Verfassungsreformen. Dem Höhepunkt der Machtdemonstration der liberalen Opposition auf dem Hambacher Fest 1832 folgten auf dem Fuß verschärfte Zensur und Demokratenverfolgung. Als Hauptverfasser des Hessischen Landboten musste Büchner, auf den ein Kopfgeld ausgesetzt war, ins Exil fliehen, zuerst nach Frankreich, dann in die Schweiz. Der Mitverfasser Friedrich Ludwig Weidig wurde in seiner Gefängniszelle geselbstmordet. Büchner schrieb Literatur und stand vor einer Professorenlaufbahn. Seinen politischen Ansichten blieb er treu. Diese hat er in seinem letzten Brief an Karl Gutzkow so zusammengefasst: Man müsse »in socialen Dingen von einem absoluten Rechtsgrundsatz ausgehen« und »die Bildung eines neuen geistigen Lebens im Volk suchen«.

Tod, Exil, Karriere – resignieren, weitermachen, sich aufopfern? Der Vortrag geht der Frage nach, ob und inwieweit Büchners Grundsätze, aber auch seine Entscheidungen über seine Lebensführung uns heutigen, die wir ebenfalls in einer »trüben Zeit« leben, noch etwas zu sagen haben.

Hans Otto Rößer wurde 1953 in Gießen-Wieseck geboren, ging in Gießen zur Schule, studierte dort und promovierte 1985 mit einer literaturgeschichtlichen Dissertation. Als DAAD-Lektor war er in der VR China und in Japan tätig, danach im hessischen Schuldienst, zuletzt als Aufgabenfeldleiter für die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer an einem nordhessischen Oberstufengymnasium. Von ihm erscheint gerade ein Buch über »Georg Büchners politisches Vermächtnis«

Hans Otto Rößer
Georg Büchners politisches Vermächtnis.
»Die Bildung eines neuen geistigen Lebens im Volk suchen«
Verlag Wolfgang Polkowski, Gießen
228 Seiten, 22 Euro
ISBN 978-3-9818195-4-0
Erscheinungstermin: 1. September 2020

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